In den letzten Jahren ist die Nutzung von Online-Casinos stark angestiegen. Dieser Trend ist zurückzuführen auf eine allgemeine Mehrnutzung des Mediums Internet, einer damit verbundenen ständigen Verfügbarkeit und der offensiven Werbung der Online-Casinos mit hohen Auszahlungen und attraktiven Bonusmodellen. In den Ländern der Europäischen Union zählen bereits sieben Millionen Einwohner zu den regelmäßigen Nutzern dieser Online-Dienste. Eine undurchsichtige Rechtslage zu dieser Thematik und eine Vielzahl von unseriösen Anbietern verursachten in letzter Zeit eine allgemeine Verunsicherung unter den Nutzern und eine intensivere Beschäftigung der Justiz und der Medien mit dem Thema Online-Casino.

Die Rechtslage in Deutschland

Gemäß des Glückspielstaatsvertrages, welcher 2012 in Deutschland in Kraft trat, liegt das Monopol für Online-Glückspiel per Gesetz allein in staatlicher Hand. Der Vertrag legalisiert das Glücksspiel lediglich in einigen wenigen staatlichen Spielbanken mit einem Online-Casino. Laut der Verordnung und trotz kontroverser Diskussionen zu diesem Thema unter Fachleuten gilt, dass die Teilnahme an nicht lizenzierten Glücksspielen strafbar ist. Hier greifen die Paragrafen 284 StGB und 285 StGB. Zuwiderhandlungen können mit Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu sechs Monaten geahndet werden. Als einziges Bundesland schloss sich Schleswig-Holstein nicht dem Glücksspielstaatsvertrag an, sondern erteilt Lizenzen für Angebote von Online-Casinos an private Anbieter. Laut EU ist die Nutzung des Online-Glückspiels generell legal, wenn das Mindestalter der Spieler eingehalten wird und die Anbieterplattformen regelmäßig kontrolliert werden. Jedoch ist es nur erlaubt, Online-Casinos zu nutzen, die eine deutsche Lizenz vorweisen können. Eine solche Lizenz ist jedoch ausschließlich in Schleswig-Holstein zu erlangen und gilt nur für dort gemeldete Spieler.

Arten von Glücksspiellizenzen

Deutschsprachige Online-Casinos werden auf unterschiedliche Art lizensiert:

1. Viele Karibikstaaten (wie zum Beispiel Curacao) vergeben auffallend lax Glücksspiellizenzen. Vor einer Anmeldung bei einem Online-Casino, welches über eine solche Lizenz verfügt, wird dringend empfohlen, sich von der Seriosität des Anbieters zu überzeugen. Im Zweifelsfall und bei Rechtsstreitigkeiten haben Nutzer kaum Möglichkeiten ihre Forderung auf dem rechtlichen Weg geltend zu machen.

2. Bei Glücksspiellizenzen aus anderen europäischer Staaten sind Nutzer auf der relativ sicheren Seite, da hier europäisches Recht greift und die Lizenzvergabe weitaus strenger erfolgt als in den Karibikstaaten.

3. Anbieter wie Ladbrokes Casino oder DrückGlück-Casino haben ihre Lizenz in Schleswig-Holstein erhalten und gelten daher als besonders seriös und streng kontrolliert. Da die Betreiber über eine deutsche Lizenz verfügen, sind ihre Nutzer vor Betrügereien relativ sicher.

Fazit

In der Praxis ist die Regelung im Rahmen des Glückspielstaatsvertrags nur schwer umsetz- und kontrollierbar: Die Nutzung von Online-Casinos wird (bislang) zwar toleriert, jedoch befindet sich kein Nutzer, der außerhalb von Schleswig-Holstein gemeldet ist, auf der rechtlich sicheren Seite. Vor der Anmeldung auf Online-Spiel-Portal sollten Nutzer sich von der Seriosität des Anbieters überzeugen.

 

Online-Casinos – Legal oder illegal?
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